Die Öffentlichkeit ist sich kaum der Tatsache bewusst, dass Parodontitis, eine langfristige entzündliche Erkrankung des Parodontalgewebes, zu den häufigsten chronischen Krankheiten gehört. Herz-Kreislauf- und zerebrovaskuläre Erkrankungen, Typ-II-Diabetes und bösartige Erkrankungen werden regelmäßig als führende Todesursachen eingestuft und gelten als die Krankheiten, die die Lebensqualität der Patienten am meisten beeinträchtigen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leiden jedoch weltweit 750 Millionen Menschen an Parodontitis, die damit die sechsthäufigste chronische Erkrankung der Gegenwart ist. Die Patienten haben ein höheres Risiko eines teilweisen oder vollständigen Zahnverlusts und Schwierigkeiten beim Kauen, was ihre Ernährung und damit ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt. Die negativen psychologischen Auswirkungen sind nicht zu vernachlässigen und führen zu einem Mangel an Selbstvertrauen, der sich aus fast allen Symptomen der Parodontalerkrankung ergibt - Blutungen, Mundgeruch, Verfärbungen des Zahnfleischs, lockere Zähne und schließlich deren Verlust.

Die Parodontologie ist ein Zweig der Zahnmedizin, der sich auf die Diagnose und Behandlung von Parodontalerkrankungen spezialisiert hat. Der Parodontalapparat wird auch als Zahnhalteapparat bezeichnet, da seine Hauptfunktion darin besteht, die Zähne im Kieferknochen zu verankern und die beim Kauen und Abbeißen auftretenden Kräfte aufzufangen und so Schäden an den Zähnen zu verhindern. Der äußere Zahnhalteapparat besteht aus Weichgewebe, dem so genannten Zahnfleisch (Gingiva). Ein gesundes Zahnfleisch ist hellrosa und seine Oberfläche ist nicht glatt, sondern weist kleine Vertiefungen auf, weshalb es oft mit der Oberfläche einer Orangenschale verglichen wird. Das Zahnfleisch bedeckt hartes parodontales Gewebe, das von außen nicht sichtbar ist. Jeder Zahn ist mit seinen Wurzeln im Knochen verankert, so dass die Zahnwurzel nicht zu sehen ist. Die Zahnwurzel und die Knochenwand sind nicht miteinander verklebt, sondern durch einen schmalen Raum getrennt. In diesem Raum befinden sich Fasern, die so genannten parodontalen Ligamente, die die Knochenwand und die Wurzeloberfläche, auf der sich der Zement befindet, miteinander verbinden. Das parodontale Ligament wird oft mit einem stoßdämpfenden System verglichen, da es dem Zahn ermöglicht, sich zu bewegen und Stöße unter der Einwirkung einer großen Kraft, z. B. beim Kauen, zu absorbieren und nach dem Nachlassen der Kraft in seine ursprüngliche Position zurückzukehren. Eine Entzündung kann nur das Weichgewebe betreffen, und dann handelt es sich um eine oberflächliche Entzündung, eine Gingivitis, die durch rechtzeitige und angemessene Maßnahmen ohne bleibende Folgen geheilt werden kann. Wenn die Entzündung nicht behandelt wird, wird bei anfälligen Personen auch das harte Zahngewebe in Mitleidenschaft gezogen, und wir sprechen von Parodontitis, die leider irreversible Folgen für das Zahnhalteapparat hat.

Viele verschiedene Faktoren führen zu parodontalen Entzündungen, aber die wichtigsten sind Bakterien. Unzureichende Mundhygiene, Speisereste, Plaque und Bakterien, die alle leider immer noch auf eine unzureichende Aufklärung der Bevölkerung in Bezug auf die Zahnhygiene zurückzuführen sind, und die Patienten, die wir heute sehen, sind in der Regel vom Auftreten von Karies und Veränderungen an den weißen, sichtbaren harten Teilen der Zahnkrone betroffen. Da die ersten Anzeichen jedoch leicht übersehen werden und die Schmerzen und Beschwerden weder akzentuiert noch alarmierend sind, wird die Diagnose der Krankheit erst gestellt, wenn die Entzündung weit fortgeschritten ist und einen irreversiblen Zustand erreicht hat. Es lohnt sich immer wieder zu betonen, dass Vorbeugung die beste Behandlung ist. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen sind daher von entscheidender Bedeutung, um das Auftreten solcher Probleme zu verhindern oder um Parodontalerkrankungen frühzeitig und rechtzeitig zu diagnostizieren. Unsere Spezialisten für Parodontologie sind aufgrund ihrer langjährigen Ausbildung und ihres Fachwissens in der Lage, komplizierte, fortgeschrittene Formen dieser Erkrankungen zu behandeln.

8 von 10 Menschen über 35 Jahren haben bereits einige der Symptome erlebt, die wir mit Parodontalerkrankungen in Verbindung bringen. Die Statistiken über Parodontalerkrankungen sind verheerend, daher ist es äußerst wichtig, das Bewusstsein für ihre Verbreitung, die Folgen einer Nichtbehandlung und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Organismus zu schärfen. Die Bevölkerung wird immer älter und ist zunehmend mit chronischen Krankheiten belastet, aber Parodontalerkrankungen können durch Prävention und rechtzeitige Diagnose aus dieser traurigen Statistik verschwinden.