Ein Frenulum ist eine Falte, die die Ober- und Unterlippe mit dem Zahnfleisch und die Unterseite der Zunge mit dem Boden der Mundhöhle verbindet. Normalerweise verursacht das Zungenbändchen keine Probleme, da es eine normale Struktur des Weichgewebes in der Mundhöhle ist. Wenn es jedoch verdickt oder verkürzt ist, kann es einen großen Einfluss auf die Stellung der Zähne und das zurückweichende Zahnfleisch haben. Eine Verkürzung des Zungenbändchens kann sogar die Sprache beeinträchtigen und dazu führen, dass der normale Bewegungsspielraum der Zunge eingeschränkt oder sogar ganz verloren geht.

Bei einem festen, verdickten Zungenbändchen, das tief am Zahnfleisch sitzt, sehen wir oft eine Lücke zwischen den oberen mittleren Schneidezähnen. Diese Lücke (von Fachleuten als Diastema bezeichnet) kann durch eine kieferorthopädische Therapie geschlossen werden, doch wenn das Bändchen nicht gelöst wird, kann eine Zahnlücke wieder auftreten. Manchmal führt ein festes und kurzes Bändchen auch dazu, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht und ein schwarzes Dreieck zwischen den benachbarten Zähnen entsteht, das normalerweise mit Zahnfleischgewebe gefüllt sein sollte, und sogar die Zahnwurzel kann durch das Zurückziehen freigelegt werden.

Ein Verfahren zur Lösung eines verkürzten oder verdickten Frenulums wird als Frenulektomie bezeichnet. Es handelt sich um einen sehr kurzen und einfachen Eingriff, der einen großen Unterschied macht. Der Eingriff ist völlig schmerzfrei, da er unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird, und die Nähte werden nach einer Woche entfernt. Die Genesung verläuft sehr schnell, und der Patient muss in den ersten Tagen nur darauf achten, dass die operierte Stelle beim Zähneputzen nicht beschädigt wird. Nach einer Frenulektomie bildet sich das Zahnfleisch häufig wieder zurück, und wenn die Zähne nach der Verkleinerung der durch das dicke Frenulum entstandenen Lücke wieder aufeinander zubewegt werden, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Zähne wieder getrennt werden.