Trotz der Tatsache, dass hochwertige Zahnpflege heute weithin verfügbar ist, Zahnpasten und Bürsten für verschiedene Zwecke auf dem Markt erhältlich sind und das Bewusstsein der Menschen für die Mundgesundheit erheblich zugenommen hat, bleiben Zahnverlust und seine verschiedenen Lösungen immer noch eines der häufigsten Probleme in Zahnkliniken. Die Gründe für Zahnverlust sind unterschiedlich. Obwohl sie in der Regel mit Zahnerkrankungen, Karies und Parodontose (Parodontitis) in Verbindung gebracht werden, kann der Verlust auch durch ein Trauma oder einen natürlichen Mangel an einem oder mehreren Zähnen verursacht werden, und Zahnimplantate sind zu einer immer beliebteren dauerhaften Lösung für dieses Problem geworden.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Zahnersatz, der chirurgisch in den menschlichen Körper implantiert wird. Seine Hauptbestandteile, das Implantat und der darauf sitzende prothetische Ersatz, entsprechen den natürlichen anatomischen Strukturen der Zähne. Das Implantat selbst (die Schraube) ersetzt die Zahnwurzel - den unsichtbaren Teil des natürlichen Zahns, der sich im Knochen befindet. Die Zahnkrone wird durch die Anfertigung eines prothetischen Ersatzes ersetzt. Zwischen dem Implantat und dem prothetischen Ersatz befindet sich ein Verbindungselement, das so genannte Abutment, das dem Hals eines natürlichen Zahns, der Verbindung zwischen der Krone und der Wurzel, entspricht. Der prothetische Ersatz auf dem Implantat kann eine Krone sein, um einen Zahn zu ersetzen, oder eine Brücke oder Prothese, wenn mehrere oder sogar alle verlorenen Zähne ersetzt werden sollen. Die positive Seite der implantatprothetischen Behandlung besteht darin, dass Implantate wie natürliche Zähne aussehen, die gleiche Funktion haben und bei der Verwendung als Stütze für Prothesen einen zuverlässigen Halt bieten und für den Patienten weitaus mehr Komfort und Sicherheit bieten als herkömmliche Prothesen.

In der Literatur werden häufig interessante Aspekte der historischen Entwicklung von Implantaten erwähnt. Die frühesten Belege für Zahnimplantate - und zwar erfolgreiche - gehen bis in die Maya-Zivilisation 600 v. Chr. zurück, da Zahnverlust ein menschliches Leiden ist, das nicht durch Zeit oder historische Periode begrenzt ist. Die gefundenen Unterkieferreste deuten darauf hin, dass die Maya ihre Zahnlücken mit Fragmenten von Muscheln in Form von Zähnen füllten und ersetzten. Die wichtigste Entdeckung der modernen Implantologie, die die rasante Entwicklung von Zahnimplantaten einleitete, geht auf die Arbeit des schwedischen Orthopäden Pera-Ingvar Brånemark zurück, der das Phänomen der Knochenheilung und -regeneration untersuchte. Im Jahr 1957 stellte er fest, dass Knochenwachstum und -anhaftung möglich sind, wenn der Knochen mit dem Metall Titan in Berührung kommt, und er nannte dieses Phänomen Osseointegration. Bereits 1965 setzte er die ersten Titanimplantate in den Unterkiefer eines Patienten ein. Interessanterweise behielten dieselben Implantate im Mund des Patienten ihre Funktion bis zu seinem Tod, 40 Jahre später. Für eine vollständige Osseointegration, d. h. die Verschmelzung des Knochens mit dem Implantat, ist nach der Operation ein Zeitraum von 3 bis 6 Monaten erforderlich, und erst dann wird der sichtbare Teil des Implantats, der prothetische Ersatz, eingesetzt.

Implantate aller Art, ob orthopädisch, kosmetisch oder zahnmedizinisch, müssen strenge Bedingungen erfüllen, die ihre Sicherheit bestätigen. Der Begriff Biokompatibilität eines Zahnimplantats beschreibt das Verhalten des Titanmaterials im Knochengewebe, wobei es ungiftig sein muss und keine Abwehrreaktion des Organismus hervorrufen darf. Obwohl die Daten der verschiedenen Studien unterschiedlich sind, liegt die Fünf-Jahres-Erfolgsrate und die Stabilität des Implantats bei etwa 95 %. Eine Voraussetzung für die implantatprothetische Therapie ist eine ausgezeichnete Mundhygiene. Denn obwohl die Implantate aus künstlichem Material bestehen und fest mit dem Knochen, in dem sie sitzen, verbunden sind, kann es um sie herum wie bei einem natürlichen Zahn zu Gewebeentzündungen kommen. Während die Entzündung um die Zähne herum als Gingivitis (Entzündung des Weichgewebes) und Parodontitis (tiefe Entzündung des Stützgewebes der Zähne) bezeichnet wird, können um das Implantat herum eine periimplantäre Mukositis (oberflächliche Entzündung des Weichgewebes) und eine Periimplantitis (Entzündung, die den Knochen um das Implantat herum betrifft) auftreten. Es ist äußerst wichtig, rechtzeitig auf die Entzündung zu reagieren, solange sie noch im Bereich des Weichgewebes lokalisiert ist, denn der von der Entzündung betroffene Knochenverlust ist leider irreversibel.

Die Argumente, die gegen eine Zahnimplantattherapie sprechen, sind gering, da sie eine dauerhafte ästhetische und funktionelle Lösung darstellen und das chirurgische Implantationsverfahren selbst relativ einfach und schnell ist. Es sollte jedoch bedacht werden, dass ein langfristiger Erfolg der implantatprothetischen Therapie eine valide Beurteilung, eine gute Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient sowie eine regelmäßige Kontrolle erfordert.